THOMAE: Risiken der Nordischen Ski-WM nicht auf die Schultern der Hotelbetreiber abwälzen

Hotelbetreiber in Oberstdorf sehen sich derzeit nicht nur durch die zu langsamen und zu bürokratischen Hilfsleistungen sowie eine fehlende Öffnungsperspektive vor große Herausforderungen gestellt. Vom 23. Februar bis 7. März 2021 findet in der südlichsten Gemeinde Deutschlands eine sportliche Großveranstaltung statt, die vielen Hoteliers zusätzlich schlaflose Nächte bereitet. Denn auch wenn die Nordische Ski WM aufgrund der pandemischen Lage ohne Zuschauer stattfinden wird, so werden mit den Teams insgesamt ca. 4500 Akkreditierte erwartet, die natürlich auch untergebracht und verpflegt werden müssen.

Stephan Thomae MdB, stellv. Fraktionsvorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Bezirksvorsitzender der FDP Schwaben

“Diese Weltmeisterschaft, auf die alle Oberstdorfer hingefiebert haben, bringt nun allerdings für die Hotelbetreiber viele Probleme mit sich”, so der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae. “Gerade für Hotels, die nicht nur ein Team einer Nation, sondern mehrere Teams von der Oberstdorfer Veranstaltungs GmbH zugewiesen bekommen haben, stehen vor enormen Herausforderungen, die Empfehlungen des Gesundheitsamts sicherzustellen”, so Thomae weiter.

Im Gespräch mit Verena Eichhorn-Lange, Geschäftsführerin des Hotel Kühberg, wurde deutlich, mit welchen Schwierigkeiten sich die Hotelbesitzer im Einzelnen auseinandersetzen müssen. “Als kleines Hotel mit 20 Zimmern haben wir fünf Teams unterschiedlicher Nationen zugewiesen bekommen. Von der FIS als Veranstalter fühle ich mich mit meinen Bedenken zur Einhaltung aller empfohlenen Hygienemaßnahmen alleine gelassen”, berichtet die Jungunternehmerin. Maßnahmen, die bei anderen Gästen möglich sind, wie beispielsweise eine Entzerrung der Mahlzeiten, ist bei Athleten nicht so einfach umzusetzen, da alle nach einem bestimmten Ernährungsplan zur selben Zeit vor einem Wettkampf ihr Essen zu sich nehmen müssen. “Ich kann bei den Athleten das Frühstück nicht zwischen 6 Uhr und 9 Uhr servieren, wenn alle um 9:30 Uhr an der Sportstätte sein müssen”, berichtet Eichhorn-Lange.

Zusätzliche Testungen bei den Mitarbeitern, um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, müssten auf Nachfrage von den Hotels selbst bezahlt werden. Eine Unterstützung der FIS sei nicht vorgesehen.

Zusätzlich dazu schwebt die Gefahr eines Ausbruchs einer Mutation wie ein Damoklesschwert über dem Veranstaltungsort. Sollte sich Oberstdorf zu einem Hotspot entwickeln, wäre damit die Sommersaison, auf denen die Hoffnung der Hotels ruhen, gestorben.  “Auf der einen Seite zeigt sich Ministerpräsident Markus Söder, der Schirmherr der Nordischen Ski-WM ist, gerne als harter Krisenmanager, auf der anderen Seite werden solche Großveranstaltungen durchgeführt, ohne die Menschen vor Ort bei der Bewältigung der Aufgabe ausreichend zu unterstützen oder ihnen überhaupt erst zuzuhören”, kritisiert Thomae. “Die Durchführung scheint in manchen Bereichen nicht ganz zu Ende gedacht und viele Risiken werden auf die Schultern der Hotelbetreiber abgewälzt. Aber diese Schultern tragen seit Beginn der Krise schon genügend Lasten. Es braucht nun dringend eine bessere Unterstützung seitens der FIS, um zu einer guten Lösung für alle Beteiligten zu kommen”, fordert der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende abschließend.


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