FDP Oberallgäu kritisiert Beherbergungsverbot

Die Oberallgäuer Freien Demokraten kritisieren das seit gestern in Kraft gesetzte Beherbergungsverbot von Gästen aus Corona-Hotspots scharf.

Michael Käser, Kreisvorsitzender der FDP und Mitglied im Oberallgäuer Kreistag bezweifelt die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme: „Wir haben in unseren Übernachtungsbetrieben strenge Hygieneauflagen und ausgeklügelte Corona-Konzepte. Ein solches Verbot ist deshalb nicht nur unnötig, sondern darüber hinaus auch schlicht nicht sinnvoll. Zum einen können Leute aus Hotspots trotz dessen als Tagestouristen zu uns kommen oder bei Freunden oder Verwandten übernachten, was das Verbot an sich ad absurdum führt. Zum anderen ist die Vorlage eines negativen Corona-Tests noch kein Garant dafür, dass jemand nicht infiziert ist. Diese Sicherheit gibt es nie. Schließlich führt die Regelung zu einer Menge Fragen: Was ist mit Gästen, die wenige Tage vor Ausbruch eines Corona-Hotspots in ihrer Heimatstadt bereits angereist sind? Was ist mit Gästen, die anreisen, obwohl sie gerade aus einen Hotspot kommen? Müssen diese im Auto übernachten? Die Menschen brauchen Antworten auf diese Fragen. Nicht umsonst wurde das Beherbergungsverbot Ende Juli bereits einmal vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gekippt.“

Auch der Bundestagsabgeordnete und stellv. Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Stephan Thomae sieht viele logische Brüche in der Handhabung des jetzt in Bayern beschlossenen Beherbergungsverbots. Laut seiner Aussage sagt die reine Tatsache, dass jemand aus einem Risikogebiet kommt, nichts darüber aus, wie das individuelle Verhalten der Person ist. Söder beweise durch diese Maßnahme wieder einmal reinen Aktionismus anstelle von rationalen Entscheidungen, die die Bevölkerung nachvollziehen- und mittragen könne.

Christian Aigner, Hotelier aus Oberstaufen und Beisitzer im Vorstand der Liberalen sieht die unterschiedliche Handhabung von Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern als großes Problem für den Allgäuer Tourismus: „Es gibt Länder, die sich gemeinsamen Standards bei den Corona-Maßnahmen verweigern. Ein Flickenteppich, wie wir ihn jetzt haben, ist nicht nur intransparent und unsolidarisch, sondern ein echter Wettbewerbsnachteil für unsere Region.“

Die Freien Demokraten fordern die Staatsregierung dazu auf das Beherbergungsverbot abzuschaffen und an die Vernunft der Menschen zu appellieren, die aus Corona-Hotspots kommen.


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