FDP diskutiert online über die Zukunft des Wasserstoffs im Allgäu

Im Rahmen einer digitalen Ideenwerkstatt diskutierten die Kreisverbände der FDP Oberallgäu und Kempten gemeinsam mit Experten und Interessierten darüber, wie die Zukunft des Wasserstoffs in der Region aussehen könnte.

 

Zunächst stellte der stellv. Fraktionsvorsitzende der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag Stephan Thomae den aktuellen Stand des Wasserstoffausbaus im Allgäu vor. Bereits vor zwei Jahren brachten die Liberalen mit der Forderung der Ersetzung der Diesellokverbindung im Allgäu durch einen Wasserstoffzug das Thema auf die Tagesordnung. „In der Zwischenzeit haben sich viele lokale Akteure der Idee des Wasserstoffs als Energieträger der Zukunft angeschlossen. Zahlreiche Projekte wie das Produzieren von Wasserstoff im Müllheizkraftwerk oder dem örtlichen Abwasserwerk sind gute Beispiele für die Kreativität, die sich hier entfesseln lässt.  Die Hochschule Kempten steht hierbei als wichtiger Partner für die Umsetzung der Nutzung von Wasserstoff zur Verfügung“, so Thomae, der als Bundestagsabgeordneter vor Ort das Thema in sogenannten „Runden Tischen“ moderierend begleitet. Darüber hinaus sei in naher Zukunft ein Wasserstoffkongress in Kempten geplant.

„Wasserstoff wird in der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Dabei darf es am Ende aber nicht nur ein Thema für die große Industrie sein. Es gibt vor Ort viele dezentrale Erzeugungs- und Einsatzmöglichkeiten“, erläutert Dr. Andreas Seebach, Gründer der Firma white energie GmbH. So unterstützt die Wasserstoffinitiative H2-Süd, deren Vorsitzender Seebach ist, ein CO²-missionsreduziertes Eigenheim aus den 60er Jahren, welches mit dem Strom von PV-Anlagen durch Wasserstoff auch eine Energieversorgung im Winter sicherstellen soll. In der Wasserstoff-Modellregion Altötting baut ein Mitglied der Initiative bereits eine Infrastruktur auf, um grauen Wasserstoff aus dem bayerischen Chemiedreieck zum Beispiel im Verkehr nutzbar zu machen.

Auch im Allgäu lässt sich nach Ansicht der FDP deutlich mehr erreichen. So sind bereits Wasserstofftankstellen in Lindau und Memmingen in Planung. „Unser Ziel muss es sein so viel Wasserstoff wie möglich regional herzustellen und auch hier zu verbrauchen. Dafür brauchen wir eine konstruktive und enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf allen Ebenen. Eine Wasserstoffzukunftsregion Allgäu wäre wichtig, um Wertschöpfung und Versorgungssicherheit in der Region mit Nachhaltigkeit zu verbinden“, appelliert Anton Sommer, Vorstandsmitglied der FDP Oberallgäu. Anreize hierfür schafft z.B. die ab Oktober in Kraft tretende Bayrische Tankstellenrichtlinie, welche den Neubau von Tankstellen bezuschusst, wenn 50 Prozent des Wasserstoffes aus grünem Wasserstoff bestehen.

Auch wurde die Rolle des Energieträgers im globalen Kontext diskutiert. So ist sich der Oberallgäuer Kreisrat Michael Käser sicher, dass nicht nur lokal, sondern auch international der Wasserstoff immer wichtiger wird. „Das Potential von Wasserstoff zeigt sich vor allem in seinen vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten. So lässt sich in Form von sogenannten E-Fuels ein klimaneutraler Treibstoff für den Verbrenner herstellen, der in Nordafrika produziert und in der heutigen Infrastruktur transportiert werden könnte. So ließen sich unsere Klimaziele mit Innovation und ohne Verbot realisieren“, so Käser, der zugleich die Veranstaltung moderierte.


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