Schaffung einer digitalen Pflegeplatzbörse in Schwaben

Der Vorstand der FDP Oberallgäu fördert:

Der Oberallgäuer Kreistag fordert den Bezirk Schwaben dazu auf, eine schwabenweite, digitale Pflegeplatzbörse zu schaffen. Eine entsprechende Plattform ist allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Pflegeeinrichtungen in Schwaben kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Begründung:

Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands. Ohne sie kann unser Land die Herausforderungen des demographischen Wandels nicht meistern. Wenn pflegende Angehörige selbst Entlastung benötigen, können sie bis zu acht Wochen pro Jahr Kurzzeitpflege nach § 42 Abs. 2 Satz 1 SGB XI. beantragen. Leider sind Kurzzeitpflegeplätze überall sehr knapp bemessen, da sich für viele Einrichtungen der bürokratische Aufwand für einen kurzen Aufenthalt nicht lohnt. Nach Art. 72 Abs. 1 AGSG tragen die Landkreise und kreisfreien Städte die Verantwortung, darauf hinzuwirken, dass Einrichtungen der Kurzzeitpflege in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Der Bezirk Schwaben als überörtlicher Träger der Sozialhilfe könnte allerdings dafür Sorge tragen, dass die Koordination über freigewordene Kurzzeitpflegeplätze künftig optimiert wird und die Bürgerinnen und Bürger in Schwaben einen erleichterten Zugang zu freien Kurzzeitpflegeplätzen erhalten. Um dem Alltag der Betroffenen gerecht zu werden, ist es wichtig, Kurzzeitpflege schwäbisch zu denken, denn bereits heute suchen pflegende Angehörige bzw. Pflegebedürftige längst nicht mehr nur im Umfeld der eigenen Stadt oder des eigenen Landkreises. Vielmehr ist die Not leider bereits so groß, dass viele durchaus bereit sind, weitere Wege für einen Kurzzeitpflegeplatz in Kauf zu nehmen. Bislang sind vor allem auf kommunaler Ebene Kurzzeitpflegebörsen als freiwillige Leistung bekannt, um den Bürgerinnen und Bürgern schnell und unbürokratisch anzuzeigen, welche Einrichtung wann einen Pflegeplatz zur Verfügung hat, ohne sämtliche Einrichtungen anrufen zu müssen und von einer Stelle zur nächsten weitergeleitet zu werden. Gleiches gilt auch für reguläre Langzeitpflegeplätze.

Im Sinne der Bürgerfreundlichkeit könnte Schwaben hier eine wichtige Rolle einnehmen. Eine schwabenweite, digitale Pflegeplatzbörse könnte im Rahmen eines Leuchtturmprojekts die Suche und das Buchen von Lang- und Kurzzeitpflegeplätzen stark erleichtern und es ermöglichen die vorhandenen Kapazitäten effizient auszuschöpfen.

 


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